Immer wieder wird diskutiert, ob Hauskatzen eine ernsthafte Gefahr für Vögel und andere Wildtiere darstellen. Tatsächlich erbeuten Katzen jedes Jahr eine große Zahl von Vögeln und Kleinsäugern. Wie stark sich das auf die Bestände einzelner Arten auswirkt, lässt sich jedoch nicht allein anhand solcher Zahlen beurteilen. 

Nach Einschätzung des NABU können Katzen in Deutschland insbesondere in Wohngebieten mit hoher Katzendichte zwar lokal zu Rückgängen von Vogelpopulationen beitragen, eine Ausrottung von Vogelarten durch Katzen ist hierzulande jedoch tatsächlich nicht zu erwarten. Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt bleibt weiterhin die Verschlechterung natürlicher Lebensräume durch den Menschen und deren Verlust. Denn für die Stabilität von Vogelpopulationen ist nicht allein die Zahl ihrer Feinde entscheidend. Viel wichtiger ist die Qualität ihres Lebensraums. Wo ausreichend Nahrung, Nistplätze und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind, können viele Vogelarten Verluste durch natürliche Feinde und somit auch durch Katzen besser ausgleichen. 

Besonders problematisch wirken sich jedoch verwilderte Hauskatzen aus. Sie sind auf die Jagd angewiesen und können damit Vögel und andere Kleintiere stark unter Druck setzen.

Als wirksame Lösung gelten Kastrations- und Kennzeichnungspflichten für Freigängerkatzen sowie Programme zur Kastration verwilderter Tiere. So könnten deren Bestände langfristig reduziert werden.

Wenn Ihr als KatzenhalterInnen einen Beitrag zum Schutz der Vögel leisten wollt, behaltet Eure Samtpfoten während der Jungvogelzeit in den Morgenstunden im Haus oder begleitet sie bei ihrer Kontrollrunde durch den Garten. Spielt regelmäßig mit ihnen, um den Jagd- und Spieltrieb zu befriedigen, und gestaltet den Garten vogelfreundlich.  

Katzen sind eindeutig ein Faktor im Vogelschutz, besonders dort, wo viele freilebende Tiere vorkommen. Für den Erhalt der Artenvielfalt ist jedoch vor allem der Schutz und die Verbesserung der Lebensräume entscheidend. Hier sind in erster Linie wir Menschen gefragt.